Dinieren im Wilden Westen – der Südwesten der USA

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Mit unserer Reise in den Südwesten der USA haben wir uns einen Lebenstraum erfüllt. Diese Reise war wohl in jeder Hinsicht eine ganz besondere, nicht nur, weil wir dort als frischgebackenes Ehepaar unsere Flitterwochen verbracht haben.

Die USA zeigte sich von ihrer schönsten Seite und noch nie zuvor hat mich ein Land mehr fasziniert: Traumstraße Highway No. 1, in Smogwolken gehüllte Großstädte, imposante Erhebungen im Hochgebirge, die einmal mehr demonstrieren, was die Natur schaffen kann, dramatische Felsformationen in der Wüste, einsame Bisons, die in den Weiden der Prärie grasen…man fährt um die Kurve und plötzlich bietet sich einem ein gänzlich anderes Bild.

Auch in kulinarischer Hinsicht hat die USA viel zu bieten: nachhaltig geprägt von europäischen, indianischen, mexikanischen und afrikanischen Einflüssen hat sich eine vielfältige US-amerikanische Esskultur herausgebildet, die weit über Hot Dog und Hamburger hinausgeht (wobei: Burger sind in den USA der Waaaahnsinn! 🙂 Doch dazu später).

Pancakes mit viel Ahornsirup, „Scrambled Eggs“ und knusprig gebratener Speck in einem Diner mit roten Lederbänken in Santa Maria  und plötzlich fühlen wir uns, als wären wir einer berühmten Szene aus dem Film „Pulp Fiction“ entsprungen.

Mittags köstliche Pizza in „Little Italy“, nachmittags Tee im Japanischen Teegarten im Golden Gate Park, abends asiatisch in „China Town“. San Francisco ist die wohl schönste Metropole an der Westküste, keine Stadt hat annähernd so viel Flair und Atmosphäre. Putzige Bakerys mit süßen Köstlichkeiten in den Schaufenstern, coole Pubs und stylische Restaurants säumen sich an den steilen Straßen, die bergan und bergab fahren mit dem Mietauto zum Spießrutenlauf werden lassen.

Eine wunderschöne Fahrt über die Golden Gate Bridge später erreicht man Sausalito, ein bezauberndes kleines Städtchen, als idyllisches Pendant zum quirligen, multikulturellen San Francisco. Ein hübscher Yachthafen, von dem man in gemütlichen Lokalen Kaffee und einen grandiosen Blick über die Bay genießen kann, ein hippes Kunstfestival, kleine Boutiquen und Galerien, prachtvoll gelegene Villen an Steilhängen und eine köstliche japanische Seafood-Udon-Suppe machen unseren Nachmittag perfekt.

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die US-amerikanische Küche wurde durch japanische Einflüsse maßgeblich mitgeprägt

Wir fahren weiter entlang der wohl schönsten Küstenstraße der Welt – dem legendären Highway 1 an der Pazifikküste. In engen Kurven schmiegt sich die Traumstraße am schönsten Abschnitt zwischen San Simeon und Monterey an der schroffen Steilküste entlang, die an manchen Stellen mehrere hundert Meter in die Tiefe fällt. Im Sommer hängt Nebel in den Klippen, so dicht, dass der Pazifik nur am Meeresrauschen zu erahnen ist. Vorbei am imposanten Hearst Castle und wild lebenden Seeelefanten und Pelikanen folgt eine einzigartige, faszinierende Landschaft. Im hübschen, mediterran anmutenden Küstenstädtchen Santa Barbara genießen wir Fisch im Yachthafen mit herrlichem Blick auf den Pazifik und im kalifornischen Hinterland gelegenen Santa Ynez Valley, dessen Weinberge mich an die Steiermark erinnern, grandiose Rotweine.

1500 Kilometer weiter westlich ändert sich die Landschaft schlagartig. Das Great Basin, die größte zusammenhängende Wüste der USA, wartet mit bizarren Felsformationen, feuerroten Canyons, schrillen, glitzernden Metropolen und einer kargen, scheinbar lebensfeindlichen, wunderschönen Landschaft auf. Hunderte Kilometer weit fahren wir einer schnurgeraden Straße entlang inmitten des Nichts und einmal mehr wird mir die Bedeutung eines Roadtrips bewusst. Stellenweise überragen imposante Säulenkakteen meterhoch die Kargheit. Aus ihren Früchten bereitet der Stamm der Tohono-Indianer köstliche Säfte und Kaktusgelees zu. Das untere Bild zeigt übrigens einen Joshua Tree im gleichnamigen Nationalpark und keinen Säulenkaktus.

Je weiter wir in Richtung Osten fahren, desto mehr wandelt sich die Wüste in eine fruchtbare Graslandschaft, die von grasenden Bisons und Rindern gezeichnet ist. Die Viehzucht stellt einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor für die USA dar.

Für einen echten Fleischliebhaber führt wohl in den USA kein Weg an einem Steakhouse vorbei, schließlich sind die US-Amerikaner berühmt für ihre hervorragende Steakhouse- und Barbecuekultur, die auf hohem Niveau zelebriert wird. US-Beef ist ein Garant für Qualität und grandiosen Geschmack und ist – verglichen mit europäischen Preisen – ein relativ günstiges Erlebnis. Das beste Steak genossen wir im Coachella Valley in Kalifornien. Feinste Fleischqualität wurde aufgetischt. Ich habe mich für ein Filet-Steak, in den USA als Filet Mignon bezeichnet, entschieden, dezent gewürzt mit einer Prise Meeressalz und Pfeffer, in einer feinen Kombination mit grünem Spargel und Erdäpfelpüree an Cabernet-Jus. Steakliebhabern geht hier das Herz auf.

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Aber natürlich darf DAS Nationalgericht der US-Amerikaner auf keiner USA-Reise fehlen: Burger. Wobei man am Genuss von Burger kaum vorbeikommt, denn Burger werden überall zu jeder Tages- und Nachtzeit gegessen. Da kann es schon passieren, dass man plötzlich einen Burger zum Frühstück verspeist, so wie ich in Palm Desert 😉 Übrigens kommt man auch als Vegetarier nicht am Nationalgericht vorbei: die Auswahl an „Veggie-Burgern“ ist größer als erwartet. Den mit Abstand besten Burger haben wir in Santa Monica gegessen, den dieser wartete mit einer besonderen Feinheit auf, die mir noch immer wie Musik in den Ohren klingt: karamellisierte Zwiebel. Oh-mein-Gott, warum musste ich 25 Jahre warten, um zu entdecken, dass karamellisierte Zwiebel der Wahnsinn in einem Cheese-Burger sind? Köstlich! Zum Reinlegen!

Die USA hat mich nicht nur in kulinarischer und landschaftlicher Weise beeindruckt. Auch kulturell hat die USA viel zu bieten, wodurch das Land nachhaltig geprägt wird. Im Südwesten fährt man durch Reservate der Navajos, Apachen und Pueblos oder man besucht verlassene Goldgräber-Städte, die sich wie Geisterstädte aus der kargen Landschaft emporheben. Geschichte wird hier greifbar.

Gut zu wissen

  • die schönste Reisezeit für den Südwesten der USA ist im Frühjahr oder im Herbst. Allerdings müssen Reisen im Frühjahr oder Herbst nicht unbedingt kühler sein, im September sind wir bei 45 Grad gereist.
  • Fast Food ist ein esentieller Bestandteil in der US-Amerikanischen Küche. MacDonald´s und Co warten mit einer verglichen mit Österreich kleinen Auswahl auf. Richtig cool finde ich die Kette Mel´s Diner. Rote Lederbänke, ein Cadillac vor der Türe, die Serviererinnen tragen Kleider im Petticoat Stil

 

Alles Liebe,

Verena

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