Zillertaler Krapfen

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Rindsrouladen, Tafelspitz, Erdäpfelgulasch…ich liebe die bodenständige Wiener Küche. Doch als Tirolerin in Wien fehlen mir zeitweilig nicht nur die Berge, auch eine deftige Tiroler Kost, bevorzugt aus Omas Küche, vermisse ich oft sehr.

Abhilfe schafft, wenn ich die Köstlichkeiten selbst zubereite. Zwar schmecken diese nicht ganz so gut wie bei meiner Oma, aber akuter Gusto kann gestillt werden.

Graukäse ist eine besondere Tiroler Spezialität, die mir meine Familie, wenn sie uns besuchen kommt, oft mitbringt. Denn hier in Wien ist Graukäse äußerst schwer zu bekommen. Nur am Naschmarkt gibt es den äußerst würzigen und sehr fettarmen Käse zu kaufen.

Der Käse wurde mittlerweile zu einer wahren Delikatesse, entsprechend stolz sind die Verkaufspreise. Galt doch der Käse früher als Essen der Armen, da Graukäse aus der Magermilch, nachdem der Rahm abgeschöpft wurde, erzeugt wurde.

In Tirol isst man Graukäse gerne mit feinen Zwiebelringen und einer Marinade aus Essig, Öl und Pfeffer. Köstlich schmeckt Graukäse auch als feine Füllung in knusprigen Zillertaler Krapfen. An Festtagen, wie Kirchtagen, werden Zillertaler Krapfen traditionell zu einem Glas Voll- oder Buttermilch gegessen.

Die Herstellung der Krapfen verlangt ein wenig Übung. Der Teig aus Roggenmehl reißt leicht ein und muss gleichzeitig hauchdünn ausgewalkt werden.

Ein leichtes Essen sind die Krapfen freilich nicht. Aber essen tut man sie ja auch nicht jeden Tag und außerdem kann der Heißhunger auf echte Tiroler Kost ganz schnell gestillt werden.

Alles Liebe,

Verena

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Zillertaler Krapfen gefüllt mit Tiroler Graukäse

(ca. 1 Stunde)

Zutaten für 2 Personen

250 g Roggenmehl

1 Ei

ca. 1/4 l Wasser

125 g Bröseltopfen

150 g Graukäse (topfig, mit weißer, grober Marmorierung)

1/2 Bund Schnittlauch

2 größere mehlige Erdäpfel, weich gekocht und geschält

zum Frittieren 1 Liter neutrales Pflanzenöl oder Schmalz

Salz und Pfeffer

Zubereitung

Für den Teig das Ei mit ein wenig Wasser verquireln und mit dem Roggenmehl, sowie einer kleiner Prise Salz verkneten. Das übrige Wasser hinzufügen und so lange kneten, bis der Teig geschmeidig ist.

Den Teig kurz rasten lassen.

Für die Fülle die gekochten Erdäpfel mit dem Bröseltopfen und dem Graukäse abbröseln. Den Schnittlauch in feine Ringe schneiden und unterrühren. Salzen und Pfeffern. Mit ein wenig Wasser cremig rühren, so dass die Fülle nicht zu fest ist.

Den Teig in eine lange Wurst rollen und mit dem Messer in gleichmäßige Portionen unterteilen. Jeweils eine Teigportion zu einer Kugel rollen, sehr dünn kreisförmig auswalken, ca. einen Esslöffel Füllung in die Mitte setzen und zuklappen. Mit den Finger am Rand zudrücken und eventuell mit einem Teigradl abrunden.

Genügend Öl oder Schmalz in einer Pfanne erhitzen. Gibt man einen Kochlöffelstiel in das heiße Fett und es bilden sich Blasen ist das Fett heiß genug.

Jeden Krapfen rund 5 Minuten von beiden Seiten schwimmend rausbacken.

In Tirol genießt man zu den Zillertaler Krapfen traditionell ein Glas Milch.

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Ein Kommentar auch kommentieren

  1. Kindheitserinnerungen sagt:

    MMMhhh „Zillertaler Krapfen“ …. , da werden Kindheitserinnerungen wach….. Diese pikante Köstlichkeit gab es jeden Samstag auf einem Bergbauernhof am „Stoana Kogl“ (Steiner Kogel) im Tiroler Zillertal für die gesamte Großfamilie. Dazu gehörten die Bauersleut, die neun z.T. erwachsenen Kinder, der Herr Pfarrer, Knechte und Mägde, Gäste, wie ich mit meinen beiden Brüdern und meinen Eltern,…. da kamen schon mal 20-25 Personen zusammen.
    Die Bäurin beherrschte die Kunst, 6 Krapfen übereinander auf einmal auzuwalchen…! Und bei all den hungrigen „Mäulern“, buck sie schon ein paar hundert Krapfen(!)… und das jeden Samstag!
    Schön Verena, dass Du diese wunderbare Köstlichkeit in Deinen mehr als gelungen Blog aufgenommen hast! Ich kann allen Lesern, Betrachtern, Sehern, Schmeckern, Riechern und Genießern, nur empfehlen diese Leckerei nachzukochen!

    Herzliche Grüße aus Tirol G.K.

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