Tiroler Zelten

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Die Weihnachtsfesttage sind vorüber, die Festmahlzeiten haben zumindest bis zum Silvesterabend ein Ende.

Wie ich euch bereits erzählt habe, habe ich auch heuer zu Weihnachten ausschließlich selbstgemachte Köstlichkeiten aus meiner kleinen Küche verschenkt. Unsere Familien und Freunde haben sich sehr gefreut und gemeint, dass etwas Selbstgemachtes ein sehr persönliches Geschenk ist.

Neben einem scharfen Birnen-Rosmarin Chutney, einer weihnachtlichen Zwetschgen-Gewürzmarmelade, Feigensenf, bunten Schokoladetafeln und gebrannten Mandeln habe ich meinen Lieben feinen Tiroler Zelten, besser bekannt als Kletzenbrot, verschenkt.

Zelten ist ein süßes Brot, dass aus einer feinen Fülle aus getrockneten und gedörrten Früchten, Nüssen und winterlichen Gewürzen, eingeknetet in flaumigen Germ- oder Brotteig, besteht.

Dieses Rezept für Tiroler Zelten, das aus einem alten Tiroler Kochbuch besteht, mag ich besonders gerne. Wie bei fast jedem Backwerk mag ich die saftige Fülle im Gegensatz zum eher trockenen Teig lieber. Und dieser Tiroler Zelten besteht fast ausschließlich aus Fülle 🙂

Die weihnachtliche Köstlichkeit ist ziemlich aufwendig zu machen. Die Zutaten für die Fülle müssen klein gehackt werden und über Nacht ziehen, damit sie ihr volles Aroma entwickeln können. Der untergeknetete Germteig muss wie üblich zwei Mal ruhen, damit er sein Volumen verdoppeln kann.

Aber die beiden Tage, um Tiroler Zelten zu backen, investiere ich in der Weihnachtszeit sehr gerne. Das Resultat ist nämlich außerordentlich köstlich.

Ich wünsche euch schöne letzte Tage des Jahres 2016!

Alles Liebe,

Verena

tiroler-zelten-fulle
Foto: Verena Madlberger-Kleinschmid

 

Tiroler Zelten

(ca. 2,5 Stunden, ohne 12 Stunden Ruhezeit)

Zutaten für 4 mittelgroße Laibe a 1/4 kg:

300 g Mehl

25 g Germ (zimmerwarm)

1 Ei (zimmerwarm)

60 Butter

eine Prise Salz

nach Bedarf etwas Milch

Für die Fülle:

300 g Dörrzwetschgen

150 g getrocknete Feigen

200 g Dörrbirnen (= Kletzen)

150 g Rosinen

40 g Zitronat

60 g Orangeat/Aranzini

40 g Datteln

50 g Pinienkerne

50 Mandeln

75 g Haselnüsse

75 g Walnüsse

130 g Staubzucker

ca. 1,5 TL gemahlenen Zimt

einige zerstoßene Nelken oder 1/2 TL Nelkenpulver

1 BIO-Zitrone

ein Schuss Rum

nach Bedarf etwas Milch

Zum Bestreichen:

1 Ei

Nach Belieben zum Verzieren:

evtl. Mandeln und/oder Cocktailkirschen

Zubereitung:

Für die Fülle die Dörrbirnen in einem Topf mit Wasser zum Kochen bringen. Die Dörrzwetschgen und Datteln entkernen. Den harten Strunk der getrockneten Feigen entfernen. Dörrzwetschgen, Datteln, Feigen, Zitronat und Aranzini nudelig schneiden. Die weichgekochten Dörrbirnen mit Ausnahme des harten Stiels würfelig schneiden und die Masse vermischen. Mandeln, Hasel- und Walnüsse grob zerhacken und ebenfalls untermischen. Die Schale der Zitrone abreiben, den Saft auspressen und gemeinsam mit Staubzucker, Zimt- und Nelkenpulver, sowie einem Schuss Rum zur Fülle geben. Sollte die Masse zu fest sein, kann man einen Schluck Milch hinzufügen. Die Masse über Nacht (rund 12 Stunden) im Kühlschrank ziehen lassen.

Für den Teig die Milch vorsichtig erwärmen. Die Milch darf nur lauwarm sein und keinesfalls zu stark erhitzen. Das Mehl in eine große Germschüssel geben, den Germ dazubröckeln und gemeinsam mit dem Ei, der Butter und einer Prise Salz zu einem mittelfesten Teig verkneten.

Den Teig an einem warmen Ort ca. 1/2 Stunde zugedeckt rasten lassen, bis er sein Volumen verdoppelt hat. Das funktioniert am besten, wenn man die Schüssel mit dem Teig zum Beispiel in die Nähe einer Heizung, oder in eine zweite, mit warmen Wasser gefüllte, Schüssel stellt.

Nach der Ruhezeit die Fülle unter den Germteig kneten. Am besten funktioniert dies mit den Knethaken des Handmixers. Ca. 1/4 kg schwere Laibe formen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und nochmals ca. 1/2 Stunde zugedeckt an einem warmen Ort rasten lassen.

Mit ver­quir­ltem Ei bestreichen und nach Belieben verzieren.

Ca. 50 – 60 Minuten bei 180 Grad backen. Gegen Ende der Backzeit eine Garprobe mit einem Stäbchen machen. Wenn kein Teig mehr festklebt, ist das Früchtebrot fertig gebacken.

Am liebsten mag ich Tiroler Zelten in Scheiben geschnitten und mit Butter bestrichen.

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Ein Kommentar auch kommentieren

  1. G.K. sagt:

    „Tiroler Kletzenbrot“ was für eine alte traditionelle Köstlichkeit! Ich durfte zu Weihnachten in den Genuss kommen und wurde von Verena mit einem ihrer selbstgebackenen „Zelten“ beschenkt!
    Da den Gabentisch aber auch viele andere weihnachtliche Leckereien deckten, wie Weihnachtskekse, Christstollen, selbstgemachte Schockolade und gebrannte Mandeln von Verena und noch vieles mehr, wurde der „Zelten“ erst vor wenigen Tagen verzehrt… Und er war ein wahrer Genuss! Selbst nach ein paar Wochen war er immer noch herrlich saftig! Danke nochmals für dieses mit so viel Liebe gebackene Geschenk! Leider wurde er viel zu schnell von allen aufgegessen…. Aber sein feiner Geschmack und sein köstlicher Duft liegen noch immer in der Luft… Liebe Grüße G.K.

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