Marillenknödel

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Wenn der Wiener im Juli nicht bereits gen Süden auf Urlaub gefahren ist, fährt er mit hoher Wahrscheinlichkeit in Richtung Westen. Zumindest für ein paar Stunden. In Richtung Wachau. Dann, wenn die berühmten Wachauer Marillen wieder reif sind. Denn man muss wissen: wenn der Wiener die städtischen, heimatlichen Gefilden verlässt, um „Zeit in der Natur zu verbringen“ versteht er darunter, sich in den Schanigarten eines Heurigens zu setzen. Und wenn der Wiener im Juli „aufs Land fährt“ kostet er sich entlang des Wachauer Donauufers von einem Straßenverkaufsstandl zum nächsten – selbstverständlich im Auftrag des guten Geschmacks – um die reifsten, dicksten und köstlichsten Marillen zu finden.
Na gut, zur Verteidigung des verfressenen Wieners sei gesagt, dass er mit seiner Gier nach Wachauer Marillen nicht alleine ist. Das Griss´ um die reifen Marillen ist generell groß.

Zu Recht, wie ich finde: schließlich schmecken die Wachauer Marillen auch unvorstellbar köstlich. Und was gibt´s zu tun, wenn die Marillen reif sind? Richtig: Marillenmarmelade einkochen, Marillenblechkuchen und – meine kulinarische Kindheitserinnerung – herrlich saftige Marillenknödel mit gaaaanz viel Butterbröseln und flüssiger Butter obendrauf. Eine Schand´ wär das, kalorienbewusst an den fetten Bröseln und der geschmolzenen Butter zu sparen. Marillenknödel ohne einem Gupf´ Brösel sind schließlich keine richtigen Marillenknödel. Man isst ein Butterbrot ja auch nicht ohne Butter und Brot, stimmts?

Ach ja, nochwas gäbs´ zu klären. DIE Glaubensfrage schlecht hin. Topfen – oder Erdäpfelteig. Keinem echten Marillenknödel-Liebhaber kann das wurscht sein. Und an dieser Stelle oute ich mich ganz offiziell: ich gehöre eindeutig dem Erdäpfelteig-Liebhaber-Lager an. Und außerdem sei gesagt: egal, ob die Obstknödel mit Marillen, Erdbeeren oder Zwetschgen gefüllt sind, da gehört nur Erdäpfelteig drumherum. Und davon bitte möglichst viel. 🙂

Und ach ja, bitte bitte bitte greift nicht zum Packerl, in dem sich ein undefinierbares gelbes Pulver verbirgt, das später angeblich mal Erdäpfelteig werden soll. Gekochte, frische Erdäpfel, ein bisserl Grieß, ein paar Eier, ein paar Gewürze und schon können die Knöderl gerollt werden. Da schmeckts gleich doppelt so gut!

In diesem Sinne: schnell noch in die Wachau düsen und lasst euch die Knödel schmecken.

Alles Liebe,

Verena

Marillenknödel aus Erdäpfelteig

(Rezept an Sarah Wiener angelehnt)

(ca. 3/4 Stunde)

Zutaten für 2 Personen

Für die Knödel:

reife Marillen

400 g mehlig kochende Erdäpfel

280 g Mehl

1 Ei

1 EL weiche Butter

1 Prise Muskatnuss

1 Prise Salz

optional: sollten die Marillen noch etwas säuerlich sein, kann man in die Marillen anstatt des Kernes einen Würfelzucker geben

 

Für die Butterbrösel:

100 g Semmelbrösel

100 g Butter

50 g Zucker

 

zum Bestreuen:

reichlich Staubzucker

geschmolzene Butter zum Begießen

Zubereitung

Die Erdäpfel schälen, in gleichmäßige Würfel schneiden und in gesalzenem Wasser gar kochen.

In der Zwischenzeit die Marillen waschen, gründlich trocknen und entsteinen.

Wenn die Kartoffeln weich gekocht sind, durch eine Kartoffelpresse pressen und etwas abkühlen lassen. Das Mehl, die Butter, das Ei, das Salz und den geriebenen Muskat rasch zu einem glatten Teig kneten. Den Teig einige Minuten ruhen lassen.

Einen großen Topf mit reichlich Wasser mit einer großzügigen Prise Salz zum Kochen bringen. Zum Garen der Knödel darf das Wasser keinesfalls stark kochen, die Knödel müssen leicht sieden.

Den Teig zu einer Wurst formen und in gleichmäßige Stücke abtrennen.

Jede Marille mit einem Stück Erdäpfelteig umhüllen und vorsichtig in das heiße Wasser plumpsen lassen. Die Knödel rund 12 Minuten sieden lassen.

Die Butter in einer Pfanne schmelzen lassen, die Brösel rösten. Immer wieder umrühren, damit nichts anbrennt. Den Zucker dazu geben und warten bis er sich aufgelöst hat.

Die Knödel mit einem Schaumkochlöffel aus dem Wasser hieven und in den Bröseln wälzen.

Mit Staubzucker bestreuen und mit geschmolzener Butter beträufelt servieren.

 

 

 

 

 

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